Michael Wahl: Leben in den USA

Herr Dr. Michael Wahl verbrachte zwei Jahre in Austin, Texas, USA. Während seines Aufenthalts lernte er zwei Universitäten kennen, von denen die erste einen Schwerpunkt in der Forschung hat und die andere einen Schwerpunkt in der Lehre. Dadurch ergeben sich sehr unterschiedliche Anforderungen. In seinem Vortrag stellte Herr Dr. Wahl die beiden Universitäten vor, erläuterte das amerikanische Ausbildungssystem und vergaß auch nicht, seine persönlichen Erfahrungen mit einzubringen.  

Im ersten Teil seines Aufenthalts arbeitete er als Forscher an der University of Texas in Austin. Diese Universität, kurz UT genannt, ist eine der besten öffentlichen Universitäten der Vereinigten Staaten und hat ca. 50.000 Studenten. Das Studium wird von den Studenten sehr selbständig organisiert. Dementsprechend sind wissenschaftliche Publikationen selbstverständlich und Reisen zu Konferenzen ein Muss. Die UT wird auch intensiv von der Industrie gesponsert, ist doch z. B. Michael Dell, Gründer des Computerunternehmens Dell, ein Absolvent der UT. Auch viele andere Ehemalige spenden der Universität, so dass außer der staatlichen Grundversorgung und eingeworbenen Forschungsmittel auch ein beträchtliches Vermögen existiert, aus dem Forschung gefördert wird. 

Im zweiten Teil seines Aufenthalts arbeitete Herr Dr. Wahl an der Texas State University in San Marcos. Hier steht die Lehre im Vordergrund. Keine Klasse darf mehr als 30 Studenten haben, so dass eine Vorlesung an mehreren Terminen pro Woche angeboten wird. Das gleiche gilt auch für die Übungen zur Veranstaltung. Damit werden die Studenten viel besser geführt. Forschung hingegen steht hier im Hintergrund. 

Der grundlegende Ablauf des Studiums ist an beiden Universitäten gleich. Es gibt aber große Unterschiede in der wissenschaftlichen Qualifikation der Lehrkräfte und, was für die Studenten auch sehr wichtig ist, große Unterschiede in den Kosten. Das Studium an der UT kann leicht das Doppelte kosten als das an der Texas State University, und für viele, deren Eltern nicht so gut gestellt sind, ist es schon ein wesentlicher Unterschied, wie hoch nach dem Studium die Schulden sind. 

Abgerundet wurde der Vortrag durch viele selbstgeschossene Fotos und etliche Anekdoten. Seine persönlichen Erfahrungen fasst Dr.  Wahl so zusammen: "Ich hatte kein Problem, Siegen zu verlassen und nach Austin zu gehen, aber nachdem ich wieder in Siegen war, hatte ich einige Jahre Heimweh nach Austin."